
Museum. Für Moderne Kunst.
Ein Farbklecks und zwei Dreiecke.
Davor eine Menschentraube.
Diskussion entbrannt.
Was will der Künstler uns sagen?
Metaphysik? Postmoderne Dialektik?
Die Dreiecke als Symbol für die soziale Fragmentierung im Zeitalter der digitalen Entfremdung?
Ein Farbklecks. Zwei Dreiecke.
Ein Mann mit Schal murmelt: „Das Dreieck steht für Stabilität, der Klecks für Chaos.“
Eine Frau mit Notizbuch nickt: „Die Spannung dazwischen – das ist das Leben selbst.“
Ein Mann mit Brille sagt: „Interessant, wie die Farbkomposition das Auge lenkt.“
Ein anderer murmelt: „Die Textur – fast schon barock!“
Ein junger Mann flüstert: „Das Dreieck links – das bin ich. Das Dreieck rechts – meine Ex. Der Farbklecks – unser Beziehungsende.“
Seine Freundin nickt verständnisvoll.
Ein Museumsführer erklärt: „Hier dekonstruiert der Künstler die klassische Formensprache.“
Ein Teenager murmelt: „Also hat er einfach irgendwas hingeklatscht?“
Der Museumsführer atmet tief ein.
Eine Frau mit Räucherstäbchen: „Ich spüre eine starke Energie in diesem Werk.“
Ihr Freund murmelt: „Ich spüre vor allem den Eintrittspreis.“
Ein junger Mann steht vor dem Bild.
Eine junge Frau kommt dazu.
Beide schauen.
Beide schweigen.
Er: „Interessant, oder?“
Sie: „Ja, total.“
Er: „Ich versteh’s nicht.“
Sie: „Ich auch nicht.“
Liebe liegt in der Luft.
Ich denke: „Vielleicht hatte der Künstler einfach nur einen schlechten Tag und keinen Radiergummi.“
Ich geh weiter.
Kaffee kostet 6,50.
DAS ist Kunst.
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