Witz
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Ich bin ja der Meinung es gibt nur zwei Arten von Menschen, die am Samstagmorgen aufwachen: Die, die sofort wissen, was sie tun. Und mich. Ich liege im Bett wie ein schlecht zusammengeklappter Campingstuhl, halb zugedeckt, halb irgendwo zwischen Kissen, Decke und der Frage, ob mein Körper in der Nacht versucht hat, aus der Schwerkraft
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Warum Liebe nicht perfekt sein muss Samstagabend. Ich sitzliege gemütlich auf der Couch, Decke über die Beine. Katze Lola liegt auf meinem Schoß, wie ein flauschiger Wärmflaschen-Ersatz, und tut so, als hätte sie die Miete bezahlt. Im Hintergrund tickt die Wanduhr. Nicht laut, aber gerade so, dass sie mich daran erinnert, dass die Zeit vergeht,
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Wie viel Wahrheit in einem einfachen Frühstück liegt Ich sitze in einem Hotel irgendwo in Hessen und frühstücke. Also, das ist der Plan. Eigentlich sitze ich da, schaue auf drei Teller, als müsste ich eine Entscheidung fürs Leben treffen. Ich bin geflüchtet. Zuhause: Pyjama-Party. Frauen in Schlafanzügen, Sekt, Musik, Glitzer, irgendwas mit „Selfcare“, und Gesichtsmasken.
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Eine Erinnerung, die für immer bleibt Rodeneck, 1983 Ich saß auf einer schiefen Bank am Hang. Nicht richtig gerade, nicht richtig bequem, aber mit einem atemberaubenden Blick auf die Dolomiten. Unten auf der Wiese tobte der Punk. Jugendfreizeit. Zwei Wochen Gruppenspiele, Lagerfeuer und pädagogische Maßnahme Nummer 17: „Blindes Vertrauen“. Das hieß, man bekam eine Augenbinde
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Ein persönlicher Blick auf den 3. Oktober 3. Oktober. Feiertag. Ich kann ausschlafen. Neben mir bewegt sich Silke. Das Geräusch kenne ich. Gleich kommt etwas, was kein normaler Mensch vor acht Uhr macht. Sie fängt an zu quatschen.„Micha?“, flüstert sie.Ich tue so, als hätte ich es nicht gehört. Ein Klassiker. „MICHA?“Ich brumme nur: „Was willst
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Von Cola-Kästen zu Liebe und Vertrauen Es gibt Fragen, die man sich irgendwann stellt. Große Fragen. Zum Beispiel: „Was macht eine gute Beziehung aus?“ Im Vorratsraum stehen die Cola-Light-Kästen, leer. Vier Stück übereinandergestapelt, wie ein Mahnmal meiner Bequemlichkeit. Jedes Mal, wenn ich reingehe, stöhne ich. Nicht so ein kleines Seufzen, sondern dieses tiefe Uuuuuhhhhfff, das
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Wie ich zur Lachnummer des Jahres wurde Silke und ich sind auf dem Weg nach Euskirchen zum Einkaufen, als im Radio dieser Satz fällt: „Und am Wochenende findet in Müddershausen-West wieder ein großes Hobby-Horsing-Turnier statt.“ Stille im Auto. Ich gucke Silke an. Sie guckt mich an. Beide synchron: „Hobby … was?!“ Ich so: „Hobby-Housing?“Silke: „Was
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Das goldene Ticket Später Nachmittag, mein 57. Geburtstag. Ich sitze auf der Terrasse. Die Sonne im genau richtigen Winkel – also genau so, dass sie mir wahlweise schmeichelnd ins Gesicht scheint oder gnadenlos jeden Altersfleck beleuchtet. Silke sitzt neben mir, meine Kinder Lars und Maren sind da, zusammen mit Vanessa und Julian. Wir quatschen, trinken
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Ein Beziehungstag zwischen Genuss und Nervenzusammenbruch Es fängt alles damit an, dass Silke morgens ihre „Ich-hab-eine-Idee“-Stimme benutzt. Diese Stimme, die mir durch die Blume sagt, dass ich später wieder irgendwo bin, wo ich überhaupt nicht sein will. Letztes Mal war’s ein Streetfood-Festival mit Verdauungsresten am Schuh. Ich dachte, sie meint einen Film gucken. Oder nebeneinander
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Wie ein smarter Spiegel mich aus dem Gleichgewicht brachte Es ist Samstag. Also dieser eine Samstag, an dem man morgens wach wird, aufs Handy guckt, feststellt, dass nichts anliegt – und dann trotzdem eine Stunde braucht, um sich zu entscheiden, ob man zuerst die Jogginghose anzieht, oder im Bett bleibt und langsam ein bisschen vor