Satire
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Mein Vatertag in Tarnfarben Ich wache auf mit der Hoffnung auf Kaffee, einem Brötchen und der tröstlichen Gewissheit, dass heute niemand etwas von mir will. Mein Rücken sagt: „Wir machen heute gar nichts. Bleib einfach liegen.“ Silke ist ungewöhnlich gut gelaunt. Das macht mich nervös.Sie trägt Lipgloss und ein T-Shirt, auf dem in Tarnfarben „Mutter
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Eine Beziehungsgeschichte mit Senf, Stil und Sabber Samstagmorgen, Parkplatz IKEA Köln-Godorf. Der Wind pfeift uns um die Ohren, als wolle er sagen: „Geht nach Hause, ihr Trottel. Hier endet eure Beziehung.“ Ich stehe da, Jacke an, Blick leer, Puls bei Drei.Meine Frau schaut mich an wie eine Regisseurin kurz vor der Generalprobe.„Wir brauchen nur ein
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Ein Erfahrungsbericht aus der Küche zwischen Wahnsinn und wachwerden Ich habe eine Kaffeemaschine.Also nicht irgendeine.Nicht so ein Ding mit „Ein“- und „Aus“-Schalter.Sondern ein 900-Euro-Gerät aus der Kategorie „Barista Deluxe 9000 IRON Edition.“ Was schon so klingt, als könnte es Kaffee machen und nebenbei Satelliten abschießen. Ein Vollautomat mit Touchscreen, Entkalkungskalender und der Persönlichkeit eines nörgeligen
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Am 07. Mai beginnt die Papstwahl. Und ich habe noch keine Wahlbenachrichtigung.Gut, ich bin aus der Kirche ausgetreten.Ich bin auch kein Kardinal.Und gefirmt wurde ich auch nicht – da hab ich lieber mit Mädchen rumgehangen und Capri-Sonne getrunken.Ich war nie Ministrant – ich war eher so der Typ, der draußen auf dem Schulhof Zigaretten verkauft
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Es ist Sonntag. Sonntag ist der Tag der Ruhe.Für normale Menschen.Für mich ist Sonntag der Tag, an dem meine Frau merkt, dass ich mich gerade entspanne – und eingreift, bevor es chronisch wird. „Wir müssen mal aussortieren, du hast zu viele Klamotten“, sagt sie.Ich höre das, und mein Puls schaltet vom Ruhemodus direkt auf ’Stresstest
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Ostern Früher: Eier färben, Hefezopf, irgendwer vergisst die Servietten, irgendjemand heult, weil er sein Nest nicht findet. Heute: Wir fahren zum Chinesen.Wir alle.Silke – meine Frau. Also offiziell Freundin, aber wir tun jetzt mal nicht kleinlich.Maren – meine Tochter.Lars – mein Sohn.Und Vanessa – Lars’ Freundin, die sich in diesem Wahnsinn erstaunlich gut behauptet.Das ist
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Es ist Samstag. Shoppingtag. Im Einkaufszentrum Hürth-Park. Silke, meine Nicht-Ehefrau aber Freundin, shopping-erprobt wie Lara Croft, steuert zielsicher einen Dessous-Laden an. Fragt mich: „Kommst du mit rein?“ Ich: „Och nö, weißte … das erregt mich immer so. Ich krieg da Bilder im Kopf, und nicht alle sind jugendfrei. Und dann behauptest du wieder, ich sei
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Samstag. Familienbesuch. Wir sitzen am Tisch. Meine Frau, mein Sohn, seine Freundin und ich. Wir sprechen. Wir trinken. Alles läuft nach Protokoll. Dann erhebt sich mein Sohn. Langsam. Feierlich. Würdevoll. Wie ein König, der seine Untertanen verlässt. Mit der Gelassenheit eines Mannes, der genau weiß, was er tut. Ein Mönch, der sich in den Tempel
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Sonntagmorgen. Noch nicht ganz wach. Noch nicht ganz bereit fürs Leben. Ich sitze da, trinke meinen Kaffee, denke über meine Existenz nach. Die Katze springt auf den Tisch. Setzt sich genau vor mich. Starrt mich an. Ein tiefer Blick. Seelenkontakt. Ich frage mich: Was geht in ihrem Kopf vor? Liebe? Vertrauen? Eine tiefe Verbindung zwischen