ironische Analyse

  • Eine Familiengeschichte zwischen Rhein und Eifel Als ich zum ersten Mal bewusst durch Speyer ging, war ich alt genug zu wissen, dass Städte älter sind als Menschen, aber noch jung genug, um nicht zu begreifen, was das bedeutet. Die Stadt lag am Rhein wie seit Jahrhunderten. Nicht malerisch, nicht stolz. Einfach da. Die Häuser standen…

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  • Ein Alltagsmoment mit Reichweite Ich sitze schon, bevor Silke überhaupt merkt, dass der Stuhl existiert. Nicht aus Unhöflichkeit. Kein Machtspiel. Ich bin einfach schneller gewesen. Außerdem habe ich früh gelernt: Wer zuerst sitzt, bekommt meistens den besseren Blick auf die Kuchentheke. Und in moralischen Grenzsituationen braucht man Übersicht. Der Tisch ist klein, rund und leicht…

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  • Über falsches Timing und freie Sicht Karnevalssonntag. Ich bleibe einen Moment liegen und starre an die Decke. Sie starrt zurück. Wir kennen uns. Wir haben schon andere Entscheidungen gemeinsam durchlitten. Neben mir bewegt sich Silke. Nicht hektisch. Eher organisiert. Sie gehört zu den Menschen, die auch im Halbschlaf wissen, wo links und rechts ist und…

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  • Gedanken mit Handgepäck

    Im Radio spricht jemand über die Ukraine. Aber nicht über Menschen. Nicht über Schicksale oder darüber, ob da noch irgendwer Brötchen backt. Es geht um Linien. Um Reichweiten. Um Dinge, die geliefert werden. Ein Experte sagt das Wort „Eskalationsrisiko“. Er sagt das so ruhig und sachlich, als würde er erklären, warum es heute regnet oder…

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  • Pfirsiche mit Rückgrat

    Der Samstag-Algorithmus Heute hat der Samstag mal keinen Alarmton. Er wacht einfach auf. Wie jemand, der weiß, dass er heute nichts beweisen muss. Außer vielleicht, dass er in der Lage ist, unfallfrei eine Kaffeetasse zum Mund zu führen. Mein Körper braucht ein paar Sekunden, um zu verstehen, wo er ist. Die Decke liegt schwer auf…

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