Gesellschaft
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Eine Beziehungsgeschichte mit Senf, Stil und Sabber Samstagmorgen, Parkplatz IKEA Köln-Godorf. Der Wind pfeift uns um die Ohren, als wolle er sagen: „Geht nach Hause, ihr Trottel. Hier endet eure Beziehung.“ Ich stehe da, Jacke an, Blick leer, Puls bei Drei.Meine Frau schaut mich an wie eine Regisseurin kurz vor der Generalprobe.„Wir brauchen nur ein
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Unerwartete Verkleidungen – ein Abend, zwei Rollen, null Würde Neulich Abend beschließen Silke und ich, die Rollen zu tauschen. Also nicht sowas wie „du kochst, ich esse“ – das machen wir eh schon, aber meistens gleichzeitig. Nein, wir wollten richtig tauschen. Komplett. Sie wird ich, ich werde sie. Und da wir Rollenspiele lieben, klang das
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Am 07. Mai beginnt die Papstwahl. Und ich habe noch keine Wahlbenachrichtigung.Gut, ich bin aus der Kirche ausgetreten.Ich bin auch kein Kardinal.Und gefirmt wurde ich auch nicht – da hab ich lieber mit Mädchen rumgehangen und Capri-Sonne getrunken.Ich war nie Ministrant – ich war eher so der Typ, der draußen auf dem Schulhof Zigaretten verkauft
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Samstag. Familienbesuch. Wir sitzen am Tisch. Meine Frau, mein Sohn, seine Freundin und ich. Wir sprechen. Wir trinken. Alles läuft nach Protokoll. Dann erhebt sich mein Sohn. Langsam. Feierlich. Würdevoll. Wie ein König, der seine Untertanen verlässt. Mit der Gelassenheit eines Mannes, der genau weiß, was er tut. Ein Mönch, der sich in den Tempel
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Meine Frau sagt immer mit einem Lächeln, sie hätte Schiss mich morgens zu wecken. Am liebsten würde sie mich mit einem Besenstiel anstupsen. Weil ich so hingebungsvoll reagiere. Weil ich dann so mutig werde. So heldenhaft. So furchtlos. So unerschrocken: „Steh auf!“ „Gleich.“ „JETZT.“ „Boah ey.“ „Noch fünf Minuten!“ „Lass mich!“ Unbezwingbar wie ein gallischer
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Männer und Wechseljahre?Klingt erstmal nach einem schlechten Witz, direkt nach Männergrippe und „Ich brauch keine Bedienungsanleitung, das Ding erklärt sich von selbst.“ Man(n) denkt ja immer: Wechseljahre sind Frauensache. Hormone, Hitzewallungen, Drama. Denkste! Auch beim Mann macht das Testosteron irgendwann die Türe leise hinter sich zu. Blöd ist nur: Du merkst es sofort. Die ersten
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Es begann so harmlos. Ein Baguette von gestern. Hart wie das Leben, aber ich dachte: „Komm, wir geben dir noch eine Chance.“ Ich war großzügig. Gab ihm Wärme, Liebe, Geborgenheit. 170 Grad ohne vorheizen. 5 Minuten. 10 Minuten. Dann musste ich pinkeln. Dann kam der Geruch. Erst Hoffnung. Dann Frankreich. Dann: Notre-Dame brennt. Ich reiße
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Museum. Für Moderne Kunst. Ein Farbklecks und zwei Dreiecke. Davor eine Menschentraube. Diskussion entbrannt. Was will der Künstler uns sagen? Metaphysik? Postmoderne Dialektik? Die Dreiecke als Symbol für die soziale Fragmentierung im Zeitalter der digitalen Entfremdung? Ein Farbklecks. Zwei Dreiecke. Ein Mann mit Schal murmelt: „Das Dreieck steht für Stabilität, der Klecks für Chaos.“ Eine