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  • Eine Familiengeschichte zwischen Rhein und Eifel Als ich zum ersten Mal bewusst durch Speyer ging, war ich alt genug zu wissen, dass Städte älter sind als Menschen, aber noch jung genug, um nicht zu begreifen, was das bedeutet. Die Stadt lag am Rhein wie seit Jahrhunderten. Nicht malerisch, nicht stolz. Einfach da. Die Häuser standen…

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  • Ein Alltagsmoment mit Reichweite Ich sitze schon, bevor Silke überhaupt merkt, dass der Stuhl existiert. Nicht aus Unhöflichkeit. Kein Machtspiel. Ich bin einfach schneller gewesen. Außerdem habe ich früh gelernt: Wer zuerst sitzt, bekommt meistens den besseren Blick auf die Kuchentheke. Und in moralischen Grenzsituationen braucht man Übersicht. Der Tisch ist klein, rund und leicht…

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  • Über falsches Timing und freie Sicht Karnevalssonntag. Ich bleibe einen Moment liegen und starre an die Decke. Sie starrt zurück. Wir kennen uns. Wir haben schon andere Entscheidungen gemeinsam durchlitten. Neben mir bewegt sich Silke. Nicht hektisch. Eher organisiert. Sie gehört zu den Menschen, die auch im Halbschlaf wissen, wo links und rechts ist und…

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  • Guten Morgen, Maria!

    Diese fiktive Geschichte habe ich 2015 geschrieben.Anlass war ein tödliches, illegales Autorennen in Köln. Weißt du, woran ich gerade denken muss?Daran, wie wir uns zum ersten Mal begegnet sind.Damals im Krankenhaus.Ich war Assistenzarzt, du hast eine Freundin besucht. Mein Gott, Maria,du hast mir sofort den Kopf verdreht.Mit deinen blauen Augen und deiner sanften Stimme.Über dreißig…

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  • Gedanken mit Handgepäck

    Im Radio spricht jemand über die Ukraine. Aber nicht über Menschen. Nicht über Schicksale oder darüber, ob da noch irgendwer Brötchen backt. Es geht um Linien. Um Reichweiten. Um Dinge, die geliefert werden. Ein Experte sagt das Wort „Eskalationsrisiko“. Er sagt das so ruhig und sachlich, als würde er erklären, warum es heute regnet oder…

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  • Pfirsiche mit Rückgrat

    Der Samstag-Algorithmus Heute hat der Samstag mal keinen Alarmton. Er wacht einfach auf. Wie jemand, der weiß, dass er heute nichts beweisen muss. Außer vielleicht, dass er in der Lage ist, unfallfrei eine Kaffeetasse zum Mund zu führen. Mein Körper braucht ein paar Sekunden, um zu verstehen, wo er ist. Die Decke liegt schwer auf…

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  • Ich bin ja der Meinung es gibt nur zwei Arten von Menschen, die am Samstagmorgen aufwachen: Die, die sofort wissen, was sie tun. Und mich. Ich liege im Bett wie ein schlecht zusammengeklappter Campingstuhl, halb zugedeckt, halb irgendwo zwischen Kissen, Decke und der Frage, ob mein Körper in der Nacht versucht hat, aus der Schwerkraft…

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  • Ein kleines Stück Wir

    Warum Liebe nicht perfekt sein muss Samstagabend. Ich sitzliege gemütlich auf der Couch, Decke über die Beine. Katze Lola liegt auf meinem Schoß, wie ein flauschiger Wärmflaschen-Ersatz, und tut so, als hätte sie die Miete bezahlt. Im Hintergrund tickt die Wanduhr. Nicht laut, aber gerade so, dass sie mich daran erinnert, dass die Zeit vergeht,…

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  • Morgens unter Menschen

    Wie viel Wahrheit in einem einfachen Frühstück liegt Ich sitze in einem Hotel irgendwo in Hessen und frühstücke. Also, das ist der Plan. Eigentlich sitze ich da, schaue auf drei Teller, als müsste ich eine Entscheidung fürs Leben treffen. Ich bin geflüchtet. Zuhause: Pyjama-Party. Frauen in Schlafanzügen, Sekt, Musik, Glitzer, irgendwas mit „Selfcare“, und Gesichtsmasken.…

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  • Vielleicht war es Liebe

    Eine Erinnerung, die für immer bleibt Rodeneck, 1983 Ich saß auf einer schiefen Bank am Hang. Nicht richtig gerade, nicht richtig bequem, aber mit einem atemberaubenden Blick auf die Dolomiten. Unten auf der Wiese tobte der Punk. Jugendfreizeit. Zwei Wochen Gruppenspiele, Lagerfeuer und pädagogische Maßnahme Nummer 17: „Blindes Vertrauen“. Das hieß, man bekam eine Augenbinde…

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