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Der Samstag-Algorithmus Heute hat der Samstag mal keinen Alarmton. Er wacht einfach auf. Wie jemand, der weiß, dass er heute nichts beweisen muss. Außer vielleicht, dass er in der Lage ist, unfallfrei eine Kaffeetasse zum Mund zu führen. Mein Körper braucht ein paar Sekunden, um zu verstehen, wo er ist. Die Decke liegt schwer auf
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Eine Erinnerung, die für immer bleibt Rodeneck, 1983 Ich saß auf einer schiefen Bank am Hang. Nicht richtig gerade, nicht richtig bequem, aber mit einem atemberaubenden Blick auf die Dolomiten. Unten auf der Wiese tobte der Punk. Jugendfreizeit. Zwei Wochen Gruppenspiele, Lagerfeuer und pädagogische Maßnahme Nummer 17: „Blindes Vertrauen“. Das hieß, man bekam eine Augenbinde
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Ein persönlicher Blick auf den 3. Oktober 3. Oktober. Feiertag. Ich kann ausschlafen. Neben mir bewegt sich Silke. Das Geräusch kenne ich. Gleich kommt etwas, was kein normaler Mensch vor acht Uhr macht. Sie fängt an zu quatschen.„Micha?“, flüstert sie.Ich tue so, als hätte ich es nicht gehört. Ein Klassiker. „MICHA?“Ich brumme nur: „Was willst
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Bonn, Samstagnachmittag.Silke sitzt neben mir im Auto und liest Google Maps vor, als hätte sie gerade eine Nebenrolle als Navigationsfee bekommen. Nur dass diese Fee nicht zaubert, sondern schnauft: „In 300 Metern links. Nein, warte, das waren 30 Meter. Mist. Jetzt sind wir falsch.“ Ich biege also ab, irgendwo zwischen einer Hofeinfahrt und dem Niemandsland