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Es ist Samstag. Shoppingtag. Im Einkaufszentrum Hürth-Park. Silke, meine Nicht-Ehefrau aber Freundin, shopping-erprobt wie Lara Croft, steuert zielsicher einen Dessous-Laden an. Fragt mich: „Kommst du mit rein?“ Ich: „Och nö, weißte … das erregt mich immer so. Ich krieg da Bilder im Kopf, und nicht alle sind jugendfrei. Und dann behauptest du wieder, ich sei
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Samstag. Familienbesuch. Wir sitzen am Tisch. Meine Frau, mein Sohn, seine Freundin und ich. Wir sprechen. Wir trinken. Alles läuft nach Protokoll. Dann erhebt sich mein Sohn. Langsam. Feierlich. Würdevoll. Wie ein König, der seine Untertanen verlässt. Mit der Gelassenheit eines Mannes, der genau weiß, was er tut. Ein Mönch, der sich in den Tempel
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Meine Frau sagt immer mit einem Lächeln, sie hätte Schiss mich morgens zu wecken. Am liebsten würde sie mich mit einem Besenstiel anstupsen. Weil ich so hingebungsvoll reagiere. Weil ich dann so mutig werde. So heldenhaft. So furchtlos. So unerschrocken: „Steh auf!“ „Gleich.“ „JETZT.“ „Boah ey.“ „Noch fünf Minuten!“ „Lass mich!“ Unbezwingbar wie ein gallischer
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Männer und Wechseljahre?Klingt erstmal nach einem schlechten Witz, direkt nach Männergrippe und „Ich brauch keine Bedienungsanleitung, das Ding erklärt sich von selbst.“ Man(n) denkt ja immer: Wechseljahre sind Frauensache. Hormone, Hitzewallungen, Drama. Denkste! Auch beim Mann macht das Testosteron irgendwann die Türe leise hinter sich zu. Blöd ist nur: Du merkst es sofort. Die ersten
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Sonntagmorgen. Noch nicht ganz wach. Noch nicht ganz bereit fürs Leben. Ich sitze da, trinke meinen Kaffee, denke über meine Existenz nach. Die Katze springt auf den Tisch. Setzt sich genau vor mich. Starrt mich an. Ein tiefer Blick. Seelenkontakt. Ich frage mich: Was geht in ihrem Kopf vor? Liebe? Vertrauen? Eine tiefe Verbindung zwischen
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Ich laufe. Von Kall nach Gemünd. Zum Rewe. Warum zum Rewe? Weil da ein Kreisverkehr ist. Kreisverkehre sind schön. Man kommt nicht vorwärts, aber man ist beschäftigt. Ich laufe einmal herum, vielleicht zweimal. Der Kreisverkehr, das Hamsterrad der Eifel. Wenn mich morgen einer sucht, fahrt zum Kreisverkehr. Oder lauft. Ich laufe. Das klingt schön rund.
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Es begann so harmlos. Ein Baguette von gestern. Hart wie das Leben, aber ich dachte: „Komm, wir geben dir noch eine Chance.“ Ich war großzügig. Gab ihm Wärme, Liebe, Geborgenheit. 170 Grad ohne vorheizen. 5 Minuten. 10 Minuten. Dann musste ich pinkeln. Dann kam der Geruch. Erst Hoffnung. Dann Frankreich. Dann: Notre-Dame brennt. Ich reiße
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Museum. Für Moderne Kunst. Ein Farbklecks und zwei Dreiecke. Davor eine Menschentraube. Diskussion entbrannt. Was will der Künstler uns sagen? Metaphysik? Postmoderne Dialektik? Die Dreiecke als Symbol für die soziale Fragmentierung im Zeitalter der digitalen Entfremdung? Ein Farbklecks. Zwei Dreiecke. Ein Mann mit Schal murmelt: „Das Dreieck steht für Stabilität, der Klecks für Chaos.“ Eine