Papstwahl 2025 – ich wäre bereit

Am 07. Mai beginnt die Papstwahl.

Und ich habe noch keine Wahlbenachrichtigung.
Gut, ich bin aus der Kirche ausgetreten.
Ich bin auch kein Kardinal.
Und gefirmt wurde ich auch nicht – da hab ich lieber mit Mädchen rumgehangen und Capri-Sonne getrunken.
Ich war nie Ministrant – ich war eher so der Typ, der draußen auf dem Schulhof Zigaretten verkauft hat.

Ich wäre ja auch gerne Papst.
Ich stehe aber nicht auf dem Stimmzettel.

Aber ich habe ein Fenster. Ich kann bedeutungsvoll gucken.
Und ich weiß, wie man einen Raum betritt, ohne gleich was Dummes zu sagen.
Also … meistens.
Und ich kann winken.
Ich habe jahrelang Busfahrern gewunken, obwohl ich gar nicht einsteigen wollte.

Wenn ich Papst wäre, dann richtig:

1. Kinderschänder?
Fliegen raus.
Nicht in ein anderes Bistum.
Sondern direkt vors Gericht.
Mit Konsequenzen.
Und ohne Beichtgeheimnis.
Null Toleranz für Täter.
Volle Solidarität mit den Opfern.

2. Beichten per WhatsApp.
Wer ‚Sorry, ich bereue nichts‘ schreibt, bekommt eine Belohnung:
einen Espresso,
eine saubere Weste
und die Erlaubnis, einfach ein besserer Mensch zu sein.

3. Hostien in verschiedenen Sorten.
Käse, Oliven, vegane BBQ-Variante.
Für alle, die’s klassisch mögen:
Geschmacksneutral mit einem Hauch von Schuldgefühl.

4. Statt stillem Gebet:
Dienstagabend Queer Night in der Sixtinischen Kapelle.
Mit Lichtshow, Tanzfläche und Getränkesegen.
Ein Abend für alle,
die zu lange ausgegrenzt wurden –
aber nicht für Kardinäle,
nicht für alte Herren in Roben,
die jahrzehntelang weggeschaut oder schlimmeres getan haben.

Mit Glitzer, Haltung
und vielleicht ’nem Kuss mitten im Glaubensbekenntnis.
Und Fummeln im Beichtstuhl.
Natürlich einvernehmlich.

Für Liebe.
Für Vielfalt.
Für echte Nähe.
Dresscode: offen.
Körperkontakt ist erlaubt.
Spirituell.
Und wer beim Tanzen stöhnt,
wird nicht verurteilt – sondern einfach mal in den Arm genommen.

5. Ich heiße dann Papst Michael I. –
der Erste und Einzige mit Tüte und Bier auf dem Balkon.

Und wenn weißer Rauch aus meiner Wohnung kommt –
dann hab ich wieder versucht, das Baguette vom Vortag im Ofen weich zu bekommen.
Ohne Wasser. Ohne Hirn.
Aber mit einer inneren Ruhe,
wie man sie sonst nur nach drei Humpen hat,
oder wenn man sicher weiß:

Man kann nicht gewählt werden.
Aber verdammt – es wäre schön gewesen.

Amen.

Hinterlasse einen Kommentar

Hinterlasse einen Kommentar