
Männer und Wechseljahre?
Klingt erstmal nach einem schlechten Witz, direkt nach Männergrippe und „Ich brauch keine Bedienungsanleitung, das Ding erklärt sich von selbst.“
Man(n) denkt ja immer: Wechseljahre sind Frauensache. Hormone, Hitzewallungen, Drama. Denkste! Auch beim Mann macht das Testosteron irgendwann die Türe leise hinter sich zu. Blöd ist nur: Du merkst es sofort.
Die ersten Symptome tauchen auf wie graue Haare.
Keiner hat sie eingeladen, aber plötzlich sind sie da. Du stehst im Supermarkt, starrst Löcher ins Regal und fragst dich: „Was wollte ich hier eigentlich?“ Aber dein Kopf gibt dir keine Antwort.
Deine Muskeln? Sind eine Anekdote aus besseren Zeiten.
Dein Sixpack? Ja. Liegt versteckt unter einer Schicht, die du „emotionale Winterjacke“ nennst. Und dein Geduldsfaden? Kürzer als die Hotpants der Nachbarin, die jedes Mal zufällig das Fenster putzt, wenn du den Müll rausbringst.
Und dann kommen die Schweißausbrüche.
Nicht dezent, nicht höflich. Nein, du schwitzt plötzlich wie ein Bauarbeiter im Hochsommer, obwohl du nur auf der Couch liegst, und den Daumen auf der Fernbedienung bewegst. Die Schweißausbrüche sind wie Schimmel, sie kommen immer wieder.
Der Moment der Wahrheit
Abends liegst du im Bett. Deine Frau schaut dich an. Sie hat diesen gewissen Blick, du kennst das. Früher hättest du gedacht: „Oh yeah, jetzt geht’s rund.“
Heute denkst du: „Ich glaube, ich muss mal meine Sterbeversicherung checken.“ Du versuchst noch, das Ruder rumzureißen und sagst: „Na, Lust auf ein Abenteuer?“
Sie lächelt milde. Du willst die Bettdecke sexy zur Seite schlagen. Du verhakst dich. Die Bettdecke wickelt sich um dein Bein wie eine Boa Constrictor. Du versuchst dich zu befreien, und dann liegst du da, wie eine umgekippte Schildkröte auf ihrem Panzer, und kommst nicht mehr alleine hoch.
Hormone? Pfff, nicht mein Problem!
Falsch gedacht, mein Freund. Dein Testosteron verabschiedet sich leise, während du dich lauter über „diese Musik heutzutage“ aufregst. Plötzlich wachst du nachts panisch auf, weil du dachtest, du hättest das Auto nicht abgeschlossen. Du denkst über eine Mitgliedschaft im Golfclub nach, obwohl du Minigolf schon anstrengend findest. Deine Google-Suchanfragen enthalten Begriffe wie „Männerpflege ab 50“ und „Socken mit Kompressionseffekt“.
Der Kampf gegen die Realität
Du hast wieder mit dem Laufen angefangen. Zwei Wochen lang, dann melden sich die Knie. Also investierst du stattdessen in Magnesiumtabletten, die nach Zitronensäure und Selbstbetrug schmecken. Abends sitzt du auf dem Sofa, siehst eine Werbung für Hämorrhoidenkissen und denkst: „Hmm, klingt eigentlich gar nicht so dumm.“
Die Therapie
Akzeptanz und Humor. Was tun? Erstmal tief durchatmen (sofern die Lunge das noch hergibt). Dann: Mehr bewegen, weniger meckern. Statt Golfspielen tut’s vielleicht auch eine Hightech-Fitnessmatte. Und wenn nichts hilft: Einfach mit Gleichgesinnten über „früher war alles besser“ philosophieren. Dann fühlt man sich zumindest gleich wieder wie 25.
Fazit: Wechseljahre gibt’s auch für Männer Aber hey, wenn wir die Männergrippe überleben, schaffen wir das auch!
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